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Eboli – San Pietro alli Marmi

Zu Füßen des Montedoro, auf einem kleinen Hügel, in dessen Schutz einst das römische Castrum Eburum lag (ein castrum war ein befestigtes Feld- oder Standlager), erhebt sich die normannische Abtei San Pietro Apostolo; heute trägt sie den Namen "San Pietro alli Marmi". In ihren Innenräumen bewahrt sie all den Reichtum an prächtigen Kunstwerken, den die Jahrhunderte ihrer wechselvollen Geschichte ihr bescherten.

Das Panorama, das man von hier aus genießt, ist traumhaft, der Blick verliert sich in den Naturschönheiten, mit denen das Land von den Hängen der Monti Picentini bis zum Golf von Salerno wahrlich nicht zu geizen versteht.

Die Ursprünge des Benediktinerklosters reichen in die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts zurück, vermutlich wurde es um 1076 erbaut. Denn historische Quellen berichten bereits ab 1090 von Erneuerungs- oder Erweiterungsarbeiten, und in der Kirche ist noch heute eine Gedenktafel erhalten, die an ihren Wiederaufbau im Jahre 1156 erinnert.

Bis 1272 spielte die Abtei eine erhebliche historische Rolle, in den Folgejahren verlor sie jedoch zusehends an Bedeutung und erlitt schließlich, während des 14. und 15. Jahrhunderts, das gleiche Schicksal, das auch alle anderen Klöster der Diözese Salerno in eben dieser geschichtlichen Epoche ereilte: nach und nach wurde sie von den Benediktinermönchen aufgegeben.

Im Jahre 1577 übereignete der Komtur Antonio Carafa die Abtei mit Zustimmung Papst Gregors XIII dem Orden der Padri Minimi (der Paulaner), die im östlichen Teil der ehemaligen Kirche ein imposantes Klostergebäude errichteten.

Erst nach Renovierungsarbeiten zwischen 1930 und 1934 kam eine Krypta ans Licht, die unter dem Boden der Kirche über Jahrhunderte der Vergessenheit anheimgefallen war. Dort fand man in einer Urne die Reliquien des Heiligen Berniero.

Man nimmt an, daß der Heilige um das Jahr 1000 lebte und in einer kleinen Höhle Unterschlupf gefunden hatte, die sich unter dem späteren Kirchplatz des Klosters befand. Als die Normannen ihre Abtei errichten ließen, sollten die sterblichen Überreste des Heiligen fortan in der Obhut der Benediktinermönche ruhen, die sie, getreu ihrem Glaubenskanon, in der Krypta des Gotteshauses bestatteten.

Nach der erwähnten Restaurierung in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts erstrahlte die Kirche erneut in der ganzen  architektonischen Pracht, mit der sie ihre Baumeister einst zu schmücken verstanden. Und noch heute erstaunt sie ihre Besucher mit den drei imposanten Schiffen, die zwei Reihen von sieben prächtigen Säulen tragen und in jeweils sechs Bögen unterteilen: Drei aus Granit, drei mit kanneliertem Schaft und acht aus dem Stein, den die Umgebung den Erbauern zu Füßen legte, jede gekrönt von einem Kapitell von bestechender Schönheit.

Ein Fresko in einer kleinen Nische in der linken Apsis stellt den auferstandenen Christus dar, ein größeres daneben den Hl. Andreas und, vermutlich, Petrus. In der Mittelapsis ist kein Fresko erhalten; in der rechten findet sich zwar eine Nische, es ist jedoch kein Bild mehr in ihr zu erkennen. Rechts neben dem Kirchengebäude liegt der Zugang zur Krypta des Heiligen Berniero, über eine Treppe gelangt man hinunter in den unterirdischen Bereich. Die Krypta befindet sich unter dem östlichen Teil des Gotteshauses und weist, entsprechend denen der oberen Kirche, ebenfalls drei Apsiden auf. Die Deckengewölbe stützen zwei Säulen von beachtlichen Dimensionen. Man findet in der Krypta verschiedene Altare aus Stein; in einem von ihnen sind die Reliquien des Hl. Berniero aufbewahrt. Ein Flachrelief aus Marmor an der rechten Seitenwand zeigt den Heiligen, mit einem Stock in der Hand, bei der Teufelsaustreibung an einer Frau. Aus dem geöffneten Mund entweicht ihr der Dämon.


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